Strommanagement im Weinbaubetrieb

In den vergangenen Dekaden war es oftmals so, dass Strom als eine der energieintensivsten und teuersten Arten der Energiegewinnung galt. Das ist soweit auch korrekt. Jedoch ergeben sich im Zuge der Energiewende und des technischen Forstschrittes neue Einsatzfelder für dezentralen, regenerativ erzeugten Strom.

Vormals verschriene Stromeinsatzmöglichkeiten wie bspw. Heizstrom sind durch die derzeitige Entwicklung wieder auf dem Vormarsch. Weitere Infos zum Stand der Technik, konventionellen und innovativen Systemen erhalten Sie auf der folgenden Seite.

Beleuchtung

Der Beleuchtungssektor gilt als eine der einfachsten und günstigsten Möglichkeiten um rasch eine Energieeinsparung zu realisieren. In den letzten Jahren sind die Preise für effiziente LED-Leuchtmittel stark gefallen. Mit kurzen Amortisationszeiten und einfacher Handhabung ist diese Maßnahme nahezu für alle Bereiche eines Betriebes in kurzer Zeit umsetzbar.

Der Mythos des „kalten Lichtes“ ist auch nicht mehr zeitgemäß. Es sind nahezu alle Farbtemperaturen und Lichttöne am Markt serienreif verfügbar.

Im Großen und Ganzen gibt es vier verschiedene Leuchtmittel. Glühbirnen, Hallogenlampen, Leuchtstoff- bzw. Energiesparlampen und LEDs.

LEDs sind doppelt so effizient wie Energiesparlampen, 9 mal effizienter als Hallogenlampen und 10 mal effizienter als herkömmliche Glühbirnen.

Bei Leuchtstoffröhren kann durch elektronische Vorschaltgeräte Energie eingespart werden. Glühbirnen und Halogenlampen sollten durch LEDs ersetzt werden. Außerdem sind Bewegungsmelder und eine Abschaltautomatik immer sinnvoll.

Photovoltaik

Mit der Photovoltaik-Technologie ist es möglich, aus Sonnenlicht mit Hilfe eines Wechselrichters elektrischen Strom zu erzeugen.

Dieser kann entweder selbst genutzt werden oder ins elektrische Netz des örtlichen Energieversorgers eingespeist werden. Im Falle einer Einspeisung erhält der Inhaber der Solaranlage eine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung. Mit jeder Neuerung des Energie-Einspeise-Gesetzes (EEG) wurde die Vergütung für die Einspeisung geringer. Daher ist es sinnvoll möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen um weniger as dem Stromnetz beziehen zu müssen (Möglichst hoher Eigenstromverbrauch).

Einspeisevergütung PV bis 10 MW installierte Leistung 0,135 €/kWh Verringerung ab dem 01.05.2012 um 1%/Monat (Stand 11/14)

Es sind mittlerweile verschiedenste Arten von Solarzellen mit unterschiedlichen Wirkungsgraden und Anschaffungspreisen am Markt. Mittlerweile ist es auch gängige Praxis, ganze Fassaden mit PV- Technik auszustatten um die Fassade „aktiv“ werden zu lassen und so Strom zu generieren.

Beim Bau einer PV-Anlage gilt es Verschiedenes zu berücksichtigen. Das Dach sollte nicht von Bäumen oder anderen Gebäuden verschattet werden. Außerdem sollte das Dach möglichst nach Süden ausgerichtet sein. PV-Anlagen werden immer preiswerter und der Strompreis steigt.

Bei einem beispielhaften Anlagenpreis von 1300€/kWp installierter Leistung, einem Eigenverbrauchsanteil von 100% und einem Strompreis von 28 ct/kWh ist eine komplette PV-Anlage, mit Südausrichtung in Franken, nach weniger als 5 Jahren abgeschrieben.

Blockheiz-Kraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine Anlage mit der sowohl Wärme als auch Strom produziert werden kann. Ein BHKW wird als dezentrales System direkt am Verwendungsort installiert.

Mit dem Prinzip der Kraft-Wärme Kopplung entsteht ein effektiver Prozess, indem die Abwärme der entstehenden Stromerzeugung nochmals zur Erzeugung von Wärme genutzt werden kann und somit den Wärmeerzeuger entlastet. Im Prinzip kann ein BHKW als effizientes Stromaggregat gesehen werden, bei dem die Abwärme zusätzlich genutzt wird.

Die Abgabe von ungenutzter elektrischer Abwärme wird mit diesem Prinzip nahezu vermieden. Um die gleiche Menge an Strom und Wärme herzustellen wie beim BHKW, wird bei einem konventionellen System ca. 50% mehr Energie benötigt.

Heizstrom

Es besteht zwar die Möglichkeit mit Strom zu heizen und dafür auch einen vergünstigten Tarif vom zuständigen Energieversorger zu erhalten. Jedoch ist der Weg Strom als Wärmeproduzent zu nutzen die ineffizienteste und umweltschädlichste Art, Strom zu verwenden.

Man muss sich vorstellen, dass aus Wärme in den Turbinen großer Kraftwerke, erst Strom gewonnen wird um danach aus dem Strom wieder Wärme zu generieren. Dies ist nicht nur mit enormen Verlusten behaftet. Es ist schlich und ergreifend auch sinnlos. Falls Sie eine Fußbodenheizung in Ihrem Betrieb oder Ihrer Wohnung bereits installiert haben, müssen Sie diese jedoch nicht gleich deinstallieren lassen.

Die vorhandene Anlage kann aufgebaut bleiben. Es ist jedoch dringend zu empfehlen, den Wärmeerzeuger für die Fußbodenheizung zu erneuern. Dies kann aufwendig oder weniger aufwendig geschehen. Die günstigste und am wenigsten aufwendige Umstellung ist die Aufstellung eines einzelbefeuerten Holzofens, welcher mit dem Warmwasserspeicher des Hauses verbunden ist, um die benötigt Wärme für die Fußbodenheizung zur Verfügung zu stellen. Es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten, Energiefresser aufzuspüren und zu bekämpfen.

Wärmepumpen nutzen ebenfalls Strom zum heizen. Diese arbeiten jedoch sehr viel effizienter als ein elektrischer Heizkörper.

Kleinwindkraftanlagen

Kleinwindkraftanlagen stellen eine gute Alternative dar, um eine wirtschaftliche, unabhängige und ganzjährige Stromversorgung zu ermöglichen. Als Privat- oder Firmenkunden können Sie Energie für den eigenen Stromverbrauch erzeugen.

Die Einzigartigkeit dieser Technologie liegt in der innovativen Kombination aus Stator und Rotorblättern, welche bereits bei schwachem Wind ein Maximum an Energieertrag ermöglicht.